Dissoziative Identitätsstörung

Als die schwerste Form der dissoziativen Störungen ist die multiple Persönlichkeitsstörung bekannt. Im Regelfall entsteht diese psychische Erkrankung als Folge traumatischer Erfahrungen in der Kindheit. Durch diese Erfahrungen erfolgt die Abspaltung der Persönlichkeit. Im weiteren Verlauf der Erkrankung existieren die unterschiedlichen Persönlichkeiten nebeneinander her. Es erfolgt eine abwechselnde Erscheinung der differenzierenden Persönlichkeiten. Die verschiedenen Persönlichkeiten weisen vollkommen unterschiedliche Fähigkeiten, Vorlieben, Erinnerungen sowie Charaktere auf. In diesem Ratgeber erfolgt eine umfassende Darlegung des Krankheitsbilds und deren Begleitumstände.

Dissoziative Identitätsstörung Symptome bzw. multiple Persönlichkeitsstörung Symptome

Die Symptome, die für die dissoziative Identitätsstörung bzw. für die Multiple Persönlichkeitsstörung greifen sind
dadurch gekennzeichnet, dass sie ganz verschiedenartige Ausprägungen aufweisen können. Das gemeinsame Hauptmerkmal, das hiermit einhergeht ist, dass mit der Erkrankung mindestens 2 Persönlichkeiten, das Erscheinungsbild eines Menschen bilden. Maximal geht man hier von bis zu möglichen 100 differenzierenden Persönlichkeiten innerhalb einer Person aus. Durchschnittswerte für die dissoziative Persönlichkeitsstörung zeigen auf, dass im Schnitt acht bis zehn Teilidentitäten bei einer betroffenen Person bestehen. Man geht im Übrigen ebenso davon aus, dass hier schwerpunktmäßig zwei Identitäten die tatsächliche Kontrolle über die Verhaltensweisen eines Menschen einnehmen.

In der Medizin bezeichnet man die Persönlichkeit, die zum Großteil des Daseins die Oberhand einnimmt, als Host. Host wird hier in der Position des Gastgebers verstanden. Mit dieser Persönlichkeit regulieren die Betroffenen ihren Alltag. Die weiteren Persönlichkeiten bezeichnet man in diesem Rahmen als Teilpersönlichkeit. Die genaue Bezeichnung ist Alter im Sinne von anders bzw. verändert.

Die dissoziative Identitätsstörung führt zu charakterlichen Identitätsstörungen und vor allem zu gravierenden Gedächtnislücken. Menschen die eine multiple Persönlichkeitsstörung haben, können sich hierbei regelmäßig nicht mehr an gewisse Vorgänge oder persönliche Informationen erinnern. Den Grund sieht die Medizin in dem Umstand, dass eine andere unabhängige Persönlichkeit die Handlungen übernimmt und führt.
Aufgrund dessen erinnert sich der Host auch hier nicht mehr an gewisse Situationen. Menschen, die eine dissoziative Identitätsstörung vorweisen können sich auch deshalb teilweise nicht mehr daran erinnern, wie sie an bestimmte Orte oder in gewisse Situationen geraten sind. Er erinnert sich nicht an Menschen, mit denen er vor rein paar Tagen noch täglich gesprochen hat und ähnliche Situationen.

Charakteristisch hierbei ist auch, dass sich die einzelnen Persönlichkeiten der betroffenen Personen auch immens voneinander unterscheiden. Die Persönlichkeiten weisen hierbei starke psychologische Unterschiede auf. Das kann bis zu der Symptomatik führen, dass Menschen im Bewusstsein der einen Persönlichkeit Allergien aufweisen, die sie im Bewusstsein der anderen Persönlichkeit so nicht haben. Auffällig hierbei ist vor allem, dass die Charaktereigenschaften des Host im Vergleich zu den Alters oftmals vollkommen gegensätzlich sind. Die Fähigkeit zur Erinnerung und inwiefern die Persönlichkeiten untereinander Informationen und Erinnerungen austauschen sind vollkommen unterschiedlich.

Dissoziative Identitätsstörung Symptome bzw. multiple Persönlichkeitsstörung Symptome – typische Begleiterscheinungen der Betroffenen:

  • depressive Neigungen
  • Flashbacks
  • Ängste
  • Suizidal Gedanken
  • Aggressionen
  • Alkohol-/ Drogenkonsum bzw. Missbrauch
  • Kopfschmerzen
  • zwanghaftes Verhalten
  • Essstörungen
  • Wahrnehmen innerer Stimmen

Dissoziative Identitätsstörung Verlauf

Erfahrungsgemäß entsteht die multiple Persönlichkeitsstörung im Verlauf der Kindheit, ausgelöst von traumatischen Erlebnissen, primär in der frühen Kindheit. Es zeigt sich immer wieder, dass die Abspaltung der Persönlichkeit und Bildung verschiedener anderer Persönlichkeiten jedoch zumeist bis ins Erwachsenenalter unentdeckt bleibt. Der Krankheitsverlauf an sich weist Schwankungen auf. Teilweise sind die Symptome lediglich phasenweise zu identifizieren und teilweise können sie auch latent gegeben sein. Im Falle von auftretenden Belastungen oder traumatischen Erlebnissen können sich die Störungsindikationen verstärken.
Sollte die multiple Persönlichkeitsstörung nicht behandelt werden, so bleibt die Störung zumeist dauerhaft. Es ist jedoch zu vermerken, dass die Symptome der Identitätsstörung mit zunehmendem Alter geringer werden. Auch mit einer Behandlung geht die dissoziative Identitätsstörung im Verlauf weiter mit Beeinträchtigungen einher. Jedoch fokussieren sich die Beeinträchtigungen dann zumeist nur noch in Teilbereiche. Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch individuell. Das erlebte Trauma, das hiermit einhergeht ist ausschlaggebend für den Krankheitsverlauf.

Dissoziative Identitätsstörung Ursachen

Im Regelfall geht die Medizin bei der multiplen Persönlichkeitsstörung von einem erlebten schweren Trauma in der Krankheit aus, das dafür sorgte, dass sich die multiple Persönlichkeitsstörung herausbildete. Man kann für die Regelfälle davon ausgehen, dass Betroffene in frühester Kindheit massivst sexuellem oder körperlichen Missbrauch oder einer starken Verwahrlosung und Vernachlässigung ausgesetzt waren.

Zu den gängigen Traumata zählen schwere Lebenssituationen, wie stärkste Armut, das Erleben eines Krieges, den Verlust von nahen Angehörigen etc.
Sollte sich eine dissoziative Identitätsstörung entwickeln ohne, dass der Betroffene sich an ein Trauma oder Ähnliches erinnern kann, sollte man davon ausgehen, dass sich der derjenige nicht mehr an das Erlebnis erinnert. Es liegt in der Natur der Ursache, dass sich die Betroffenen einer solchen Situation hilflos ausgesetzt sehen. Dieses Gefühl ist vor allem dann in der Kindheit gegeben. Als Schutzmechanismus trennen Kinder das geschehene von ihrem Bewusstsein ab. Es wird sich ein sicherer Ort mental erbaut. Die sich hieraus entwickelnden Identitäten entstehen alle aus einer Aufgabe heraus und decken unterschiedlichen Charaktereigenschaften.

Oftmals entstehen sogenannte Helferpersönlichkeiten, die die Rolle erhalten, als Beschützer zu fungieren und gefährliche Situationen zu vermeiden in denen ggf. ein Missbrauch stattfinden könnte. Wieder andere Teilpersönlichkeiten sind dafür da, alltägliche Situationen, wie die Anforderungen der Schule, zu meistern.

Was sind Dissoziationen?

Die Teilpersönlichkeiten, die im Rahmen der Erkrankung entstehen, nennt man in der Medizin Dissoziation. Inhaltlich bedeutet das soviel, wie eine inhaltliche Trennung unterschiedlicher Teile von Erlebnissen. Diese extreme Trennungssituation tritt als komplexer Bewältigungsmechanismus in stressigen sowie belastenden Situationen auf. Der Prozess lässt sich nicht steuern, denn das Unterbewusstsein, übernimmt hier die Kontrolle. So führt das dazu, dass eine Reihe von Gehirnregionen blockiert werden und es zu keiner Informationsweiterleitung kommt. Auf diese Weise schützen sich die Betroffenen vor traumatischen Erinnerungen und der Konfrontation mit dem Erlebten.

Wenn die Betroffenen die Dissoziation als eine Form der Erleichterung für sich eingruppieren, so erfolgen die Abspaltungen in späteren Situationen immer wieder und vor allem immer leichter. Auf diese Weise werden multiple Persönlichkeiten kreiert. In einer traumatisierenden Situation können sich im Extremfall verschiedene Persönlichkeiten abwechseln und das zugefügte Leid verteilen. Auf diese Weise stellen die Betroffenen sicher, dass ihre Seele nicht zerbricht und sie das Erlebte auch mental überleben.
Zu einer psychischen Störung kommt es tatsächlich erst, wenn die Teilidentitäten nun länger bestehen über die eigentliche Situation hinaus. In Extremfällen reichen hier bereits verschiedene Alltagssituationen aus, um eine Abspaltung dann auszulösen.

Dissoziative Identitätsstörung Fallbeispiel

Frau Sabine S. ist 25 Jahre und hat aufgrund auftretender Erinnerungslücken und einer Depression sowie Angstzuständen den Weg in die Therapie gefunden. Im Zuge der Rückführung ist es erkennbar gewesen, dass Frau S. in frühester Kindheit mehrfach sexuell durch ihren Vater und dem Schwager missbraucht wurde. Frau S. ist aktuell in einer Weiterbildung und bemerkt zunehmend, dass sie gravierende Erinnerungslücken durch die dissoziative Persönlichkeitsstörung aufweist. So kann sie sich manchmal nicht daran erinnern, wie sie beispielsweise nach Hause gekommen ist. Nach dem Tod des Vaters im vergangenen Jahr gelang es ihr sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben, um die psychischen Beeinträchtigungen aufzuarbeiten. So oder so ähnlich beschreiben betroffenen immer wieder gewisse Grundsituationen.

Eine multiple Persönlichkeitsstörung als Erfahrungsbericht zusammenzufassen wird der Komplexität des Krankheitsbildes nicht vollkommen gerecht, denn die Krankheitszüge, die hiermit einhergehen sind durchaus unterschiedlich vor allem in den verschiedenen Facetten. Eine Gemeinsamkeit insbesondere mit zunehmendem Alter besteht allerdings für die multiple Persönlichkeitsstörung als Erfahrungsbericht, denn oftmals können sich die Betroffenen nicht an einige Handlungen etc. erinnern, wenn sie in einem aktuellen Abspaltungsprozess sind. Das hier geschilderte Beispiel dissoziative Identitätsstörung als Fallbeispiel veranschaulicht die praktische Problematik hierhinter. Die dissoziative Identitätsstörung für bekannte Fällefindet man in der Praxis immer wieder. Eine Identifikation des Krankheitsbildes kann sich jedoch in die Länge ziehen. In der Literatur findet man immer wieder Beispiele für eine dissoziative Identitätsstörung für bekannte Fälle.

Dissoziative Persönlichkeitsstörung – mögliche Symptome der Entstehung

  • Gegenstände verlegen
  • Gegenstände an Orten finden, die man nicht erklären kann
  • sich an Orten wieder finden, wofür man keine Erklärung hat
  • Gefühlsschwankungen
  • von Anderen hören, dass das eigene Verhalten widersprüchlich ist
  • Erlebnisse der Entfremdung
  • Erinnerungslücken, welche man nicht erklären kann. Z.B. Gespräche, die man geführt hat etc.
  • sich plötzlich an traumtische Erlebnisse erinnern
  • nicht erklärbare Störungen der Empfindung und Bewegung des Körpers, bzw. Körperteile
  • sich der eigenen Persönlichkeit nicht sicher sein
  • Etwas getan haben, von den man weiß, das es zu einem gar nicht passt
  • Stimmen hören im Sinne einer Pseudohalluzination

Fazit: die dissoziative Persönlichkeitsstörung

Die dissoziative Identitätsstörung als Test bzw. die multiple Persönlichkeitsstörung als Test zu erkennen in der Praxis ist nicht möglich. Es wäre für Psychologen einfacher jedoch erweist es sich als schwierig, das praktisch einfach umzusetzen via Testverfahren als dissoziative Identitätsstörung im Test. Hier ist eine differenzierte Diagnostik für die dissoziative Persönlichkeitsstörung notwendig. Selbstverständlich können vereinzelt auch Verfahren als multiple Persönlichkeitsstörung im Test zum Ausschluss anderer Persönlichkeitsstörungen hinzugezogen werden.

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