Magersucht: (Anorexia Nervosa)



Magersüchtige sind auffallend dünn. Sie sind meist sehrintelligent und hoch sensibel für die Bedürfnisse anderer und könnensich sprachlich gut mit Freunden, Bekannten und Verwandten auseinandersetzen. Der Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt ist ihnen jedoch kaummöglich. Daher ist es auch für nahe stehende Personen schwer, sieemotional zu erreichen und zu unterstützen.

Anzeichen von Magersucht:

  • Kein Kontakt zum Körper und dessen Bedürfnissen.
  • Körper wird als Feind erlebt und bekämpft.
  • Man fühlt sich ständig zu dick.
  • Zwanghaftes Wiegen
  • Der Kopf kontrolliert und steuert alles. 
  • Kontrolle vermittelt das Gefühl, autonom und selbständig zu sein. (Irrtum!)
  • Manchmalübertriebene Sparsamkeit und extremer Reinlichkeitssinn, Ablehnungjeglicher lustbetonter Betätigung, eine ausgesprochen spartanischeLebensweise.
  • Rückzugsverhalten.
  • Schwarzweißdenken und Depressionen.
  • Ritualisiertes Essverhalten.
  • Extrem langsames Essen, extrem heiß oder kalt essen.
  • Verzehr von Baby- oder Kindernahrung, breiige Kost.
  • Bevorzugung von kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken, meist sehr einseitige Nahrungsauswahl.
  • Essen vortäuschen, kauen und ausspucken.
  • Kochen, backen, Rezepte sammeln und andere zum Essen animieren.
  • Vieles im Stehen machen.
  • Sich Kälte aussetzen.
  • Exzessiv Sport treiben.
  • Tragen von schweren Taschen/Rucksäcken.
  • Die Betroffenen verweigern sich über lange Zeit, sich ihre Krankheit einzugestehen.

Esist nötig, Hilfe zu holen, durch einen Arzt oder eine Beratung, wenndie Patientin nur noch leise spricht, aphatisch und kraftlos wirkt undbei jeder Gelegenheit zu weinen beginnt.

Ebensoist eine Einweisung in eine Klinik spätestens dann dringend notwendig,wenn das Untergewicht ein lebensbedrohliches Maß ereicht hat.

Oftmalssind Betroffene danach bereit, eine wirkliche Therapie zuzulassen.Anorektiker haben nämlich größte Probleme mit der Krankheitseinsicht.

Magersucht ist eine lebensbedrohliche Krankheit, kein Spleen modebewusster Teenager. 10-15 % aller Betroffenen sterben daran!



Bulimie (Ess-Brech-Sucht)



BulimischeFrauen/Männer sind scheinbar normal, meist schlank. Sie sind sehrgepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Problemehaben und Hilfe benötigen.

Anzeichen von Bulimie:

  • Essverhalten in der Öffentlichkeit ist kontrolliert.
  • Auswahl von light- und fettarmen Produkten für die Mahlzeiten, die „offiziell“ gegessen werden und im Körper bleiben.
  • Trennen in erlaubte und verbotene Lebensmittel.
  • Einkauf großer Mengen billiger, leicht verzehrbarer Lebensmittel für die Essanfälle.
  • Schlingendes Essen bei den Essanfällen.
  • Horten von Lebensmitteln mit gleichzeitiger Angst davor, Lebensmittel zu Hause zu haben.
  • Manchmal hohe Verschuldungen aufgrund der hohen Ausgaben für Lebensmittel.
  • Keine geregelten Mahlzeiten.
  • Nach außen hin funktioniert alles perfekt, die Fassade stimmt.
  • Bulimie ist schambesetzt und heimlich.
  • Selbstekel, das Gefühl, abnorm zu sein.
  • Soziale Isolation, Vernachlässigung von Interessen, depressive Verstimmungen.
  • Viele sportliche Aktivitäten.

Mögliche diagnostische Hinweise:

  • Andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht.
  • Krankhafte Furcht davor, dick zu werden.
  • Scharf definierte, sehr niedrige persönliche Gewichtsgrenze.
  • Mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten.
  • Dabei schnelle Aufnahme großer Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher Nahrungsmittel.
  • Das Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten während der Anfälle.
  • Im Anschluss versuchtes Rückgängigmachen der Kalorienzufuhr über:
  • selbstinduziertes Erbrechen,
  • Medikamentenmissbrauch (z.B. Abführmittel, Entwässerungstabletten…),
  • strenge Diäten / Fastenphasen,
  • übermäßige körperliche Betätigung.

Diese Verhaltensweisen können einzeln oder parallel auftreten.


Diekörperlichen Folgeschäden sind je nachdem wie versucht wird, dieEssanfälle rückgängig zu machen, unterschiedlich: Es könnenHerzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme, Zahnschmelzschäden,Elektrolytentgleisungen (Kalium-/Magnesiummangel) und/oderNierenschäden auftreten.

Die Regelblutung kann ausbleiben, Schlafstörungen, Haarausfall und/oder Konzentrationsstörungen können auftreten.

Zuden seelischen Folgen gehören starkes Ambivalenzverhalten,Wenn-dann-Denken, Schwarz-Weiß-Denken, Perfektionismus, Abwertung dereigenen Person und anderen bis hin zu Selbsthass und Depressionen.Häufig kommt es zu Verleugnung der Essstörung und die Betroffenen sindbemüht, eine unauffällige Fassade aufrecht zu erhalten. Es kommt zuSchamgefühlen und zu Rückzugsverhalten.

Mehrfachabhängigkeitenmit Alkohol, Drogen, Medikamenten oder Kaufsucht kommen vor, auchselbstverletzendes Verhalten kann zusätzlich auftreten.

 




Adipositas


(Starkes Übergewicht mit starker Vermehrung des Fettgewebes)


Abeinem BMI von 25 spricht man von Übergewicht, ab einem BMI von 30 vonAdipositas. Adipöse PatientInnen fallen durch ihr Erscheinungsbildstark auf und sind oft von sozialer Ausgrenzung betroffen. Dennochbesteht kaum ein Bewusstsein dafür, dass Adipositas eine chronischeKrankheit ist, die zu den Essstörungen gehört. Oft haben dieBetroffenen einen übergroßen Leidensdruck, weil ihnen die UmweltDisziplinlosigkeit unterstellt, oder aber sozial erwünschteEigenschaften wie übermäßige Fröhlichkeit einfordert.
Die Zahl derÜbergewichtigen steigt rapide an. Nach den Daten aus demBundes-Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts (1998) haben inDeutschland fast 70 Prozent der Männer und die Hälfte der Frauenleichtes Übergewicht. Bei ihnen liegt der Body Mass Index (BMI)oberhalb von 25. Bei 20 Prozent der Frauen und Männer liegt der BMIsogar über 30.
Adipositas hat viele Ursachen. Sexuelle Traumatakönnen auch dazu führen, dass man sich eine Schutzhülle anisst, oderabsichtlich nach Unattraktivität strebt. Starkes Übergewicht kann aberauch einfach eine Folge übermäßigen Frustessens sein. Eine in derKindheit erworbene Prägung, z.B. Trostschokolade oder Nahrung anstellevon Zuwendung, kann lebenslang problematisch bleiben.
Es bestehtin der westlichen Welt auch ein Zusammenhang zwischen Übergewicht undArmut. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist weitaus kostspieligerals Nahrungsmittel aus Maismehl, Fett und Zucker.
Adipositas lässtsich psychotherapeutisch behandeln. Oftmals ist einverhaltenstherapeutischer Ansatz gut geeignet, um das gestörteEssverhalten zu regulieren. Darüber sollte man keinesfalls vergessen,dass die zugrundeliegenden Ursachen ebensoviel Aufmerksamkeit bedürfen,wie das Symptom.

Folgendes Übergewichts können Herzkreislaufprobleme sein, wie Bluthochdruck,Artherienverkalkung und Herzschwäche. Die Wahrscheinlichkeit an Typ IIDiabetes zu erkranken steigt dramatisch. Die vormals Altersdiabetesgenannte Stoffwechselerkrankung wird heute schon bei KindernDiagnostiziert.
Das Übergewicht führt zu einer Überbelastung derKnochen und Gelenke. Es kommt zu Verschleisserscheinungen, z.B.Arthrose. Bei Kindern in der Wachstumsphase kann starkes Übergewichtdazu führen, dass sich die noch schwachen Knochen nachgeben und sichverbiegen.
Psychische Folgen des Übergewichts gibt es viele.Einigen Studien zugrunde werden Adipöse im privaten und beruflichenUmfeld benachteiligt. Das kann zu Frustration, Vereinsamung undDepression führen.


Mischformen: (EDNOS - Eating Disorder Not Otherwise Specified)


Die Anzahl der Menschen mit gestörtem Essverhalten ist riesig und ebenso riesig ist die Anzahl der individuellen Symptomausprägungen. Viele Erkrankte durchlaufen Phasen währenddessen sie unterschiedliche Essstörungsdiagnosen erhalten. Und es ist möglich eine schwere Essstörung zu haben die nicht in die traditionellen Kategorien einzuordnen ist. Es ist zu erwarten dass es einige neue Kategorien mit der Zeit in die offiziellen Diagnosemanuale schaffen.

Dieses Recovery-Video können wir euch einfach nicht vorenthalten.
Es hat unser Herz erfreut als wir bei der Recherche in der Flut destruktiven "Pro Ana" - Mülls zu versinken drohten.

Enjoy it!