Dissoziative Identitätsstörung (DIS)

Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS)


Ich will nicht vieleWorte machen, im Netz ist inzwischen Gott sei Dank viel Brauchbareszum Thema zu finden. Ich will nur kurz die Grundlagen erklären.Ich benutze dabei weder Sternchen noch Spoiler, Betroffene bitte ichdaher, gut auf sich zu achten.

Das Wort Dissoziationim psychologischen Sinne wird im Lexikon erklärt als Zerfalleines geordneten Bewusstseinszusammenhanges. Es gibt vielealltägliche Beispiele für Dissoziation, wie sie wohl denmeisten Menschen vertraut sein werden. Dazu gehören zum BeispielTagträume oder der Zustand der eintritt, wenn man lange auf der Autobahnfährt. Auch Übermüdung, Stress oder Schock kannzu Dissoziationen führen.

Die schwerste Form derDissoziation sind komplexe chronische Dissoziationen, wie man sie beider Dissoziativen Identitätsstörung (DIS)oder auchMultiplen Persönlichkeitsstörung (MPS) findet. Eine DISliegt dann vor, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Esexistieren zwei oder mehrere getrennte Persönlichkeitszustände(Der Begriff Persönlichkeiten ist uns lieber!) mit jeweilsindividuellen Verhaltens-, Beziehungs- undWahrnehmungsmustern. Persönlichkeiten haben meist einen Namen,ein Alter und eine Aufgabe, sowie Vorlieben, eine eigene Handschrift,charakteristische Mimik, Stimme und Sprache.

  • Mindestenszwei dieser Persönlichkeiten kontrollieren abwechselnd dasVerhalten der Person.

  • Eskommt zu Zeitverlusten, die nicht mit normaler Vergesslichkeit zuerklären sind.

  • Dassman sich nicht an wichtige persönliche Informationen erinnernkann lässt sich weder auf eine organische Erkrankung, noch aufden Einfluss bestimmter Substanzen, z.B. Drogen zurückführen

  • DieUrsache dieser Erkrankung sind frühe, schwere und chronischeTraumatisierungen. Die kindliche Seele entwickelt dissoziativeStörungen, um die Gewalt zu überleben. (Meist handelt es sich um physische,psychische und/oder sexuelle Gewalt, die vor dem fünftenLebensjahr einsetzt und über eine längere Zeitspanneandauert.)

  • Diemeisten DIS-PatientInnen hören die anderen Persönlichkeitenals Stimmen im Kopf, weshalb diese Erkrankung selbst von Fachleutenimmer wieder mit Schizophrenie verwechselt wird. Eine Folge davonist, dass sehr viele traumatisierte Menschen in Psychiatrien unterstarkem Medikamenteneinfluss festsitzen, was aber in diesem Fallnicht zur Heilung beiträgt.

  • Klassifizierungnach ICD-10: F 44.8 Dissoziative Identitätsstörung in derKategorie Sonstige dissoziative Störungen