Die Geschichte vom Käsekuchenkarl

(von den Großen für die Kleinen)


Eswar einmal ein kleiner Mann das war der Käsekuchenkarl. Eigentlichhieß er ja bloß Karl, aber weil er tagein, tagaus Käsekuchen aß,nannten ihn die Leute so. Von dem vielen Käsekuchen war Käsekuchenkarlein bisschen dick geworden, grade so dick, dass ihm seine Lieblingshosenicht mehr passte und ihm der Nachbarsjunge Paul Dickerchen hinterherrief. Beides gefiel Käsekuchenkarl überhaupt nicht und weil es ihntraurig machte ging er in seine kleine, gemütliche Küche und buk einenneuen Käsekuchen.

Draußenschnupperten die Leute. Käsekuchenkarl buk wieder, das wussten sie alleund reckten sehnsüchtig die Nasen in die Luft. Probiert hatte denKuchen noch niemand denn Käsekuchenkarls Türe blieb meistensverschlossen. Paul sagte trotzig: "Pah, soll Dickerchen seinenKäsekuchen doch alleine essen", aber insgeheim hatte auch er großenAppetit bekommen.

Einessonnigen Tages saß Tine, Pauls kleine Schwester, im Hof, die Nase vollvon Käsekuchenduft der aus Käsekuchenkarls Wohnung strömte. 'Hm',dachte sie, und nochmals 'Hm'. Musste es nicht fürchterlich seinalleine Käsekuchen zu essen. Ja, sicherlich war es langeweilig undtraurig. Aber plötzlich huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Es warihr eine Idee gekommen. Käsekuchenkarl musste überrumpelt werden,soviel stand fest, denn Leute die ständig alleine Käsekuchen essensind für gewöhnlich harte Nüsse. So dachte Tine sich das jedenfalls.Gutgelaunt hüpfte sie die Treppe zu Käsekuchenkarls Wohnung hinauf. DieIdee machte ihr sogar so gute Laune dass sie immer zwei Sufen aufeinmal nahm und vor lauter Übermut beinahe hingefallen wäre. Obenangekommen drückte sie auf denKlingelknopf. Tine hörte zuerst die Klingel, 'Ding Dong',

und dann Käsekuchenkarlsstapfende Schritte.

Nun öffnete sich dieTür eine Hand breit, und Käsekuchenkarls misstrauisches Gesicht blickteTine an. "Guten Tag, Herr Käsekuchenkarl", sagte sie. "Vielen Dank fürdie Einladung zu Käsekuchen und Kakao. Ich habe mich sehr darübergefreut. Käsekuchenkarl war so verblüfft dass er die Türe losließ undTine hineinschlüpfen konnte. Drinnen setzte sie sich an den Küchentischund lächelte ihn schelmisch an. Da nahm Käsekuchenkarl auch wirklicheinen zweiten Kuchenteller und eine zweite Kuchengabel und stelltebeides vor Tine hin. Was meint ihr, was dann passierte? Tine hat demKäsekuchenkarl gezeigt wie schön es sein kann Besuch zu haben undzusammen Käsekuchen zu essen. Das gefiel ihm so gut dass er immer mehrLeute einlud, Frau Schmidt aus dem ersten Stock, den Milchmann undviele andere. Sogar Paul war herzlich eingeladen. So wurde ausKäsekuchenkarl ein sehr glücklicher Mann der niemals mehr alleine seinmusste.