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OhGott,

dulässt den Schmerz über unser Land hereinbrechen

undsiehst zu, wie er Mauern niederreißt,

überBäume und Sträucher peitscht

unduns alle fortspült.


Hastdu nicht versprochen uns ein fester Halt zu sein?

Willstdu uns ebenso betrügen,

wiees Unzählige vor dir taten?

Wiekannst du deine Augen abwenden

undunseren Blick auf die namenlosen Gräber heften

biswir uns winden vor Leid?

Dulässt uns zu Boden gehen in ungebremstem Fall.

MeinGott, wo ist sie nur, deine viel gepriesene Güte?


Esist nicht gut, Gott.

Nichtsist gut in diesem heillosen Tal,

daswiderhallt von all den ohnmächtigen Schreien.


Duhast den Eindringlingen gestattet,

daswas blühen sollte zur Todeszone zu machen.


Wowarst du, Gott, als sie die Kinder hinrichteten

vorunseren Augen?

Wowarst du, als das Elend sich unserer Tage bemächtigte?

Sindwir es nicht wert in deinen Augen,

getröstetzu sein?

Wielange noch lässt du uns um Gnade betteln,

wielange, Gott?


Sageinmal ein Wunderwort

indie Schwärze unserer Nächte Tiefen,

wowir reglos kauern, von Raureif bedeckt.



OhGott,
so schwer, deinen Namen zu formen,
mit unserenschmutzigen Lippen.
so schwer, dich zu denken, als einen "ichbin da".

Im Herzen ein "wo bist du", stottertmein Geist verzweifelt Zageworte.
Mag es gelingen, dir die Türezu öffnen zum Verließ der nie gesagten Gebete.

OhGott, ich bin belagert von dem, was mich zu Boden ängstigt.
Hastdu uns vergessen,
wo wir nur durch deine grausame Gnade am Lebensind?
Ich schreie
zu tauben Ohren.

Wozu Worte finden,die ungehört in der Dunkelheit verhallen,
statt das sterbenzu lassen,
was so verzweifelt Hilfe erbitten will?

Wirersehnen einen Gott, einen sanften, weichen,
der auch das Krummeso sehr liebt,
dass er ihm augenzwinkernd einen Platz in der Weltgegeben hat.
Wir brauchen einen starken Gott, einen treuen auch.
Einer der hört, wenn innen alles zerreißt.
Wirbrauchen einen großartigen Baumeister,
Der auch unsere zuStaub gewordenen Talente zu einem Ganzen fügt.
Wir braucheneinen Heiland, der den Wunden hilft, sich zu schließen.
Wirbrauchen einen mächtigen Wächter, der sich vor unsereSehnsüchte stellt,
wenn Leid sie fahl werden lässt undkalt.

Oh Gott, das Herz will zerspringen und du schweigst dichaus.
Stehst mit Tränen in den Augen und blassen Wangendort,
wo sie uns viel Male töten in einer Nacht.
Ichverstehe dich nicht.
Erkläre dich.
Bitte.





Esist schlimm

wenndie Kerkertür aufspringt

undwir geblendet

mitunserer Elendsfratze

dichanstarren.

DeinGenick starr vor Grauen

stehstdu

undsuchst das Sanfte

inunseren Augen.

DerTod den wir sahen,

hatuns nur Dunkelheit

gelassen.

Wenner die Angst

aussendet

zumheiligen Kreuzzug,

dannwären wir gern

einStein.

Keinerwürde

Lebendigkeit

vonihm erwarten.




Wolfsweinen


Wieaus einer Wunde

perlenTränen gesichtabwärts.

EinKlagelaut

liegtin diesem Raume,

kannnicht glauben,

dassdieser fremde Klang

meineKehle passierte.

Einersagte

dassich wortgewaltig sei.

Gewaltreißt dich heraus

ausdem je für möglich gehaltenen.

Siekreischt Peinschreie

indein Herz

undlässt die Knie dir beben.

Gewaltist nicht zu beschreiben.

MeineWorte sind ein Bild,

dasEcho des Schmerzes

inmeinem Geist.

Einverlorener Kampf

vonvorne herein

umWorte,

diemüde

Abglanzesind,

vondem,

wasnicht vorstellbar,

niemalsganz

teilbar

seinwird.

Gewalt

macht

weltlos.

Gewalt

macht

wortlos.



6.10.07

DerKörper schreit auf.

DieHungersnot hat die Hoffnung getötet.

DerSchmerz verhungert nie.

Erhält sich am Leben,

plündertdie Mülltonnen

wodie Gefühle verrotten

diedu dir aus dem Leib geschnitten hast.

Diesesin dein Antlitz tattoowierte Lächeln

träumtheimlich von für immer zufallenden Türen.


23.10.07

Deinezerrissene Liebe

hältmich zu fest

alsdass ich Luft bekäme.

Alledeine Gaben

machtenmich zu schwer

wennich sie alle nähme.

EinStück deines Weges

gehich an deiner Seite,

dochnicht immer.

Istes zu schwer

soleg es in deine Weite

hinterdem Schimmer.


29.10.07

Ausmeinem Munde hängen

Fetzenjener Worte

diemir heute nicht

überdie Lippen wollten.


DesHirnes Schluckauf

lässtdie Gedanken brechen.

Ich...

Ich...

KönntenSie vielleicht?


Ichhätte...

Ichwürde...

Waswürde ich wohl?


Wiesoll ich wissen

wasich würde

eheich sicher sein kann

dassich könnte was ich wollte?


Ichwill“, sag ich still.

Ichkann irgendwann

daswas ich brauche bekommen,

wennich es will, genaugenommen.“


(N.,L.& P.)


30.10.07

Sterbend


1.In Nebel gehüllt steht sie jetzt da

undfühlt sich kaum erfrieren.

Keinerder tröstet kommt ihr mehr nah.

Siebeginnt sich zu verlieren.


2.Was sie jetzt noch spürt ist Trauer und Pein,

imKörper wüten die Schmerzen.

Sieist im Finstern ganz allein,

hatkeine Kraft mehr im Herzen.


3.Sie kämpft und dennoch schafft sie es nicht

DiesesLeuchten entstehen zu lassen.

Sieist Schwärze – für sie gibt es nie wieder Licht.

Sieist von allen verlassen.


4.Die Augen kann sie kaum offen mehr halten,

stummeSchreie zerreißen die Nacht.

Wernur den lieben Gott lässt walten

wirdebenfalls umgebracht.


5.Ihr Herz stolpert dem Ende entgegen,

Keinerbemerkt dass sie geht.

Siebraucht keine Hilfe mehr, keinen Segen.

DerWind hat sich gedreht


6.und haucht ihr schnell das Leben aus,

keinersieht sie als sie fällt.

Undniemand trägt sie sacht nachhaus.

Sieliegt tot auf dem eisigen Feld.


31.10.07

DieNacht hat sich, mich würgend,

ummeinen Hals gelegt.

MeinHirn schreit nach Sauerstoff.

HalbherzigeSelbstberuhigung schlägt fehl

undverstärkt die lähmende Hilflosigkeit

inmir.


Mitfliegendem Haar kommt sie geritten,

diedunkle Königin im schwarzen Gewand.

Sielockt mich,

hülltmich mit weichen Worten ein,

mitihr zu gehen ins Finsterland.

Dortruhen alle die selbst entschieden,

großeDichter und Denker.


Ichglaube nicht an Ruhe

undschicke sie fort.

Ihrgewaltiges Schweigen bedeckt die Welt.

Undich höre mein Herz schlagen.


3.11.07

Kannstdu ermessen

wiemüde mein Herz schlägt

wenndie Beine

ausreiner Not

michweiter tragen?


Kannstdu ermessen

wieschwer meine Lider mir sind

wennder Schlaf nicht heimkehrt

vieleNächte lang?


Kannstdu ermessen

wiesehr du mein Wort nötigst

dasin Stärke gesagt

inSchwäche Gültigkeit fordert?


Kannstdu ermessen

wiegrell das Land

undwie laut der Wind ist

wenndie Wahrnehmung

erschöpftund ängstlich

keinenFeind unbemerkt lassen will?


Kannstdu ermessen

wielang ein Moment sein kann

dermit Schmerz überladen

insStocken kommt?


Kannstdu ermessen

wiees ist

wenndir die Seele zersplittert?



7.11.07

Sotief in den Todessümpfen

habensie unser Leben versenkt.

Gesäumtvon Moorleichen

führtein verschlungener Pfad

dorthinwo der Boden fest und sicher ist

unddie Sonne kein Irrlicht.


8.11.07

Bisin deine Träume

bistdu verfolgt

vondenen

diedu Mörder nennst

weilsie einem Teil von dir

denTod gebracht haben.


Bisin deine Träume

jagensie dich

bisdu mit dem Rücken zur Wand

kraftlosihrem Willen folgst

demaus schwarzem Fels geschlagenen.


Bisin deine Träume

dringensie ein in dein Heiligstes

umdir die Hoffnung zu entreißen

jemalsin Sicherheit zu sein.