Dies ist die Informationsseite über rituellen Missbrauch.Weil das Thema eines ist was selbst stabile Menschen sehrerschüttern kann, habe ich mich entschlossen diesen Text an den Anfang zu stellen.

Überlegtbittesehr genau ob ihr euch jetzt mit rituellem Missbrauchbeschäftigen möchtet. Wenn ihr selbst Betroffene seid, so denktkurz über die euch zur Verfügung stehenden Hilfsmöglichkeiten nach, umeuch stabilisieren zu können falls das Thema euch doch zu starkberührt.

Wappnet euch am besten auch vorher, bringt die Kleinenin Sicherheit, trefft Vorkehrungen und Absprachen.


Was ist ritueller Missbrauch?



Es ist schlimm

wenn die Kerkertür aufspringt

und wir geblendet

mit unserer Elendsfratze

dich anstarren.

Dein Genick starr vor Grauen

stehst du

und suchst das Sanfte

in unseren Augen.

Der Tod den wir sahen,

hat uns nur Dunkelheit

gelassen.

Wenn er die Angst

aussendet

zum heiligen Kreuzzug,

dann wären wir gern

ein Stein.

Keiner würde

Lebendigkeit

von ihm erwarten.

5.09.07

 
"RituellerMissbrauch ist schwerer sexueller, physischer und emotionalerMissbrauch, der sich in einem Kontext ereignet, verbunden mit Symbolenoder Tätigkeiten, die den Anschein von Religiosität, Magie oderübernatürlicher Bedeutung haben. Diese Tätigkeiten werden über längereZeit wiederholt, um die Kinder in Angst zu versetzen, sie gewaltsameinzuschüchtern und um sie zu verwirren." [1]


RituelleGewalthandlungen finden in Sekten und Kulten statt: Dort sollen sieunter anderem dazu dienen, durch die Kopplung extremer sexuellerGewalterfahrung mit mystischen Erfahrungen den Verlust des Egoseinzelner Mitglieder zu erwirken. Sexualisierte Gewalt ist dabei Teileines Gewaltkontinuums. Ebenso wird physische und psychische rituelleGewalt ausgeübt. Ideologischer Kontext ritueller Gewalt ist vielfachder Satanismus, der verschiedene Strömungen aufweist.

RituellerMissbrauch und rituelle Misshandlungen kommen darüber hinaus in mehroder weniger organisierten kriminellen Systemen vor, die keinensatanischen Hintergrund haben. Kindern wird hier z.B. vermittelt, durchübernatürliche Kräfte bedroht zu sein. In diesen Systemen sind derMissbrauch für Kinderprostitution und Kinderpornografie häufig; zuletzterer gehören auch sogenannte "Snuff-Videos", in denen gefilmtwird, wie Kinder bis zum Tod missbraucht und misshandelt werden.Letztlich kann rituelle Gewalt auch durch einzelne Täter erfolgen.


 

 [1] Finkelhor, D. (1991). Nursery Crimes-Sexual Abuse in Day Care. In: Core, D. Chasing Satan. S. 12. London.

Satanismus


Satanismus ist nicht nur eine historisch belegte Realität sondern ebenso Gegenwart. Die Gefahr und Brutalität, die von satanischen Sekten und Kulten ausgeht, wird allgemein stark unterschätzt bzw. verleugnet.

Organisierte satanische Vereinigungen haben sich bereits mit der Etablierung christlicher Kirchen als eine Art "Gegenbewegung" gegen das Christentum gegründet. Satanismus kann als rituelle Verehrung und Verherrlichung des Bösen verstanden werden [2] oder als "Religionssystem, in dem die Anbetung Satans stattfindet, was immer man unter Satan versteht (das Ich, Zügellosigkeit, das Böse, böse Prinzipien, einen Mythos, einen Dämon oder eine Gottheit). [3] Satanische Sekten und Kulte bedienen sich magischer Rituale ("Schwarze Magie") und verwenden bestimmte Symbole (z.B. umgedrehtes Kreuz, Drudenfuß). Es werden "schwarze Messen" abgehalten, in denen Satan als Gott angebetet wird, Tier- und/oder Menschenopfer erbracht werden, vergewaltigt, missbraucht, misshandelt und u.U. auch gemordet wird.
Den Mitgliedern wird unbedingter Gehorsam abverlangt, und sie verpflichten sich zu absoluter Geheimhaltung. Mitglieder werden nicht nur selbst gedemütigt, verletzt und vergewaltigt, sondern auch dazu angehalten, bei Folterungen oder "Opferungen" zuzusehen, dabeizusein oder mitzuwirken.

M. Huber [4] zitiert aus einer US amerikanischen Studie von Young et al. Prozentangaben von Gewaltformen, die 37 PatientInnen als Überlebende satanischen Missbrauchs erlebt hatten:

  • sexuelle Misshandlung (100 %)
  • körperliche Misshandlung/ Folter am eigenen Leib bzw. zusehen müssen, wie andere gefoltert werden (100%)
  • bei Verstümmelung/ Tötung von Tieren dabeisein oder assistieren (100%)
    mit dem Tod bedroht werden (100 %)
  • zum Drogenkonsum gezwungen werden (97 %)
    Dabeisein und Assistieren bei "Opferungen" (Tötung) von Kindern und Erwachsenen (83 %)
  • erzwungener Kannibalismus (81 %)
  • mit Satan "verheiratet" werden (78 %)
  • lebendig in Särgen oder Gräbern begraben werden (72 %)
  • erzwungene Schwängerung und Opfern des eigenen Kindes (60 %)

Satanismus ist kein einheitliches Konstrukt, sondern es gibt verschiedene Strömungen und Gruppierungen mit unterschiedlichen Inhalten und Zielsetzungen. Gemeinsam sind allen Strömungen folgende ideologische Facetten: [5]

Die Selbsterhöhung und Selbstverherrlichung des Menschen ist zentral. Er ist das Maß aller Dinge. "Tu', was Du willst" ist das Gesetz, wie Aleister Crowley (1875-1947), der als Begründer des modernen Satanismus gilt, in seinem "Buch des Gesetzes" formuliert. Exzessive Lebensformen mit allen Formen psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt sind Bestandteil des Satanismus. Der Kult bzw. die Rituale dienen dem ungehemmten Ausleben von Gewalt und Sex ohne Rechtfertigung für das eigene Tun.
Die Ideologie verlangt eine Hierarchie, eine absolutistische Führung, die entweder aus einem Gremium oder eine Einzelperson besteht und Kritik nicht duldet. Es herrscht das "Gesetz des Stärkeren" (Sozialdarwinismus). Gewalt und Unterdrückung werden eingesetzt, um die Hierarchie aufrecht zu erhalten. Verschwiegenheit ist unter Androhung von Folter, Vergewaltigung und Mord eine unbedingte Pflicht aller Mitglieder von Kulten.

Es werden verschiedene Formen des Satanismus unterschieden, z.B. [6]

  • Der orthodoxe Satanismus beinhaltet Kulte, die teilweise seit langem bestehen, ein eigenes Glaubenssystem und eine strenge Hierarchie haben.
  • Im Neo- oder rituellen Satanismus steht die Selbstverherrlichung des Menschen im Mittelpunkt. Als wesentlicher Begründer des modernen Satanismus gilt Aleister Crowley (1875-1947), der mit seinem "Buch des Gesetzes" eine Grundlage auch für heute existierende Gruppen geschaffen hat.
  • Im okkulten Satanismus, in dem Satan als Gegenspieler Gottes verehrt wird und eine antichristliche und antimoralische Weltanschauung vertreten wird sowie die kirchliche Liturgie in schwarzen Messen kontakariert wird.
  • Unter ambulantem oder kulturellem Satanismus fassen G. und M. Grandt [7] u.a. den Jugendsatanismus und Drogensatanismus mit selbstentwickelten Ritualen, Zusammenkünften oder "Parties" auf Friedhöfen oder in Krematorien fassen sowie Satanismus in der Rockmusik (Black Metall Satanismus). [8]

Methoden ritueller Gewalt


Opfer ritueller Misshandlung sind vor allem Kinder und Frauen, deren Widerstand durch Hypnosetechniken, Drogen oder Alkohol gebrochen wird. Zudem wenden die Täter häufig sogenannte Programmierungen an, d.h. systematische Terrorisierung unter extremer Gewaltanwendung, um die Opfer gefügig zu machen, ihnen Schweigegebote aufzuerlegen, mit den Tätern Kontakt zu halten oder sich auf Anforderung selbst zu töten. Der mit ritueller Gewalt verbundene psychische, körperliche und sexuelle Missbrauch dient dazu, absolute Dominanz über die Opfer zu erlangen, ihr Handeln und ihr Leben vollkommen zu bestimmen. Es werden tiefe Ängste, Amnesien und Dissoziationen erzeugt und durch die Suggestion von "Freiwilligkeit" und durch Mittäteraspekte wird das Schweigen gesichert.

Als Methoden der Gewaltanwendung werden beispielsweise folgende beschrieben:

  • Magische Operationen, bei denen Kindern, die nach einer Betäubung blutbeschmiert oder mit einer Wunde aufwachen, eine Operation suggeriert wird, bei der ihnen ein Monster, ein Tier, ein Dämon o.ä. eingesetzt wurde, dass das Kind vernichten werde, sobald es sich jemandem anvertraue.
  • Kindern wird während des Missbrauchs und der Misshandlungen suggeriert, dass der Kult die einzige und wahre Familie sei, aus der es kein Entrinnen gäbe.
  • Folterungen verschiedenster Art werden von Überlebenden beschrieben (z.B. Elektroschocks, Zufügen von Verbrennungen, lebendig begraben werden, Aufhängen an Händen und Füßen in Verbindung mit (sexuellem) Missbrauch).
  • Die Benutzung menschlicher Exkremente (Blut, Sperma, Urin, Kot) spielen bei Ritualen eine wichtige Rolle. Kinder werden damit beschmiert oder müssen sie zu sich nehmen.
  • Verkleidungen der Täter während der Misshandlungen dienen dazu, die Opfer einzuschüchtern (z.B. Verkleidungen als Monster, Teufel, Hexe usw. die an die gelernten Ängste der Kinder anknüpfen) oder um Ängste vor bestimmten Personengruppen zu evozieren, um die Opfer davon abzuhalten, sich ihnen gegenüber zu offenbaren (z.B. Verkleidungen als Priester, Polizisten, ÄrztInnen).
  • Tötungen von Tieren und Menschen dienen bei Ritualen von Sekten und Kulten dazu, sich die Lebensenergie der Opfer magisch nutzbar zu machen. Als Beispiele werden das Häuten bei lebendigem Leib oder Schächtungen beschrieben.
  • "Hochzeits- und Gebährrituale" dienen dazu, das Opfer in besonderer Weises an den Kult zu binden. Teil des "Hochzeitsrituales" ist die Vergewaltigung durch ein oder mehrere Mitglieder des Kultes ; beim "Gebährritual" wird das Opfer in den aufgeschnittenen Leichnam eines zuvor getöteten Tieres oder Menschen gelegt, um aus diesem in den Kult "hineingeboren" zu werden.
  • Opfer Rituellen Missbrauchs werden zudem häufig dazu gezwungen, bei Misshandlungen anderer Personen oder Misshandlungen von Tieren zuzusehen, oder sie werden dazu gezwungen, selbst zu missbrauchen und zu misshandeln oder andere strafbare Handlungen im Kult oder außerhalb des Kultes zu begehen. Diese Mittäterschaft führt einerseits zu Schuldgefühlen, andererseits wird sie gezielt dafür verwendet, Druck auszuüben (z.B. durch Erpressung mit gefilmten Taten). Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Opfer Rituellen Missbrauchs offenbaren.

Mind Control-Techniken


Für religiöse und ideologische Gruppierungen sind sogenannte "Mind Control-Techniken" (Bewusstseinskontrolle) ein entscheidendes Merkmal. Das Ziel von Mind Control ist die absolute Kontrolle über das Opfer zu bekommen, sowohl während der Missbrauchshandlungen und Rituale innerhalb der Gruppierung als auch außerhalb. Dabei werden verschiedene Techniken kombiniert angewendet, z.B. Konditionierung, Manipulation, Indoktrination, Hypnose, bewusstseinsverändernde Drogen.

Die Identität des Opfers, d.h. sein Denken und Fühlen, sein Verhalten, seine Einstellungen, werden durch Mind Control zerstört und durch eine andere Identität ersetzt. Die Opfer werden systematisch darauf "abgerichtet", den Tätern nach ihrem Belieben zu Willen zu sein und ihre Befehle mit absolutem Gehorsam zu befolgen.

Durch Konditionierungsprozesse werden sog. "Programme" - d.h. Automatismen - installiert, die auf Abruf ablaufen. Dafür wird z.B. ein starker Schmerz an eine bestimmte Aufforderung gekoppelt, z.B. eine bestimmte Verhaltensweise auszuführen. Unter Folterbedingungen wird dies so oft wiederholt, bis die gewünschte Verhaltensweise geäußert wird. Das Programm wird dann mit einem oder mehreren zunächst neutralen Auslösereizen gekoppelt, so dass in Folge diese genügen, um die Verhaltensweise auszulösen.

M. Huber [9] beschreibt als Folterbedingungen, die Kulte verwenden, um Kinder gefügig zu machen, folgende:

psychische Folterbedingungen

  • Hunger und Durst
  • Schlafentzug
  • Isolation (in Kellern, Käfigen, Särgen, Kisten; meist bei Dunkelheit)
  • grelles Licht, laute Geräusche
  • Schmerzen (Schläge, Treten, Elektroschocks usw.)
  • sexuelle Misshandlung
  • psychisch wirksame Medikamente, Drogen, Alkohol

    emotionale Folterbedingungen

  • Entsetzen (ständige Todesangst, Schmerzen, Zusehen bei Folterungen)
  • Schuld- und Schamgefühle (Kinder werden gezwungen, demütigende und gewalttätige Handlungen auszuführen, wie Exkremente trinken, essen sowie sexuelle Handlungen mit Tieren und Menschen. Dabei wird ihnen suggeriert, dies freiwillig und selbstverantwortlich zu tun und gedroht, sie kämen ins Gefängnis oder würden umgebracht, wenn dies herauskomme.)
  • emotionale Isolation und Verzweiflung (Die Täter vermitteln dem Kind, dass der Kult die "wahre Familie" ist und niemand sonst ihnen helfen könne. Die Kinder ziehen sich von anderen Kindern und Erwachsenen zurück; der Kult wird zum einzigen Ort.)
  • Wut (als Folge der Gewalterfahrung des Kindes, das nicht über das Geschehen berichten kann und so beeinflußbar für Idoktrinationen des Kultes wird, der das Ausagieren in Form von Gewalt gegen andere Lebewesen sowie des Kindes gegen sich selbst gewährt und belohnt.)

    kognitive Folterbedingungen

  • verzerrte oder unvollständige Informationen oder Vorenthalten von Information
  • Verwirrung

Viele Kulte setzen bei ihren Ritualen gezielt Hypnose bzw. die Induktion von Trancezuständen ein (z.B. durch Wiederholungen von Bewegungen vor den Augen des Kindes, systematische Darbietung optischer und akustischer Reize) und auch die Rituale selbst enthalten tranceinduzierende Elemente (Singen, Isolation, sensorische Deprivation, Schmerzen...).


Folgen Rituellen Missbrauchs und von Mind Control - Dissoziative Identitätsstörung (DIS)

Opfer rituellen Missbrauchs entwickeln neben allen anderen beschriebenen Folgen emotionalen, physischen und sexuellen Missbrauchs vielfach ein Persönlichkeitssystem, dass als "Multiple Persönlichkeitsstörung" (MPS) oder neuer als "Dissoziative Identitätsstörung" (DIS) beschrieben wird.

Die Dissoziative Identitätsstörung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Persönlichkeiten oder Persönlichkeitszustände in einem Menschen bestehen. Dabei übernehmen mindestens zwei Persönlichkeiten zeitweise die Kontrolle über Körper und Geist ein und für wenigstens einige Persönlichkeiten besteht dabei ein Gedächtnisverlust, während eine andere Person die Kontrolle hat (vgl. DSM IV).

Die Persönlichkeiten eines Systems können unterschiedlichen Geschlechts und Alters sein, verschiedene Fähigkeiten haben, unterschiedliche körperliche Reaktionen auf dieselben Reize zeigen, unterscheiden sich in Gestik, Mimik, Sprache sowie Schrift, Gehirnströmen usw..

Der Grad der Kooperation der Persönlichkeiten sowie der Grad des Bewusstseins von anderen Persönlichkeiten (Co-Bewusstsein, wie Möglichkeit auf Erinnerungen und Handlungen der verschiedenen Persönlichkeiten zurückzugreifen) variiert.

Dissoziation bedeutet Abspalten, Trennen und ist, wie auch die Assoziation, eine bestimmte Art, Informationen zu verarbeiten. Dissoziation bezeichnet die Unterbrechung von normalerweise integrativen Funktionen des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Wahrnehmung. Die Abspaltungen können während eines traumatischen Erlebnisses oder aber später erfolgen.

Dissoziative Identitätsstörungen beginnen bereits in der frühen Kindheit. Bedingungen, die zu derartigen Dissoziationen führen können sind Extremsituationen fortgesetzter psychischer, physischer und sexueller Misshandlung aus denen kein Ausweg, keine Flucht möglich ist sowie eine gute Dissoziationsfähigkeit der Opfer.

Bei fortgesetzter extremer Gewalt d.h. extrem traumatisierenden Ereignissen, in denen weder die Möglichkeit einer Gegenwehr oder eine Flucht besteht, bewirkt die Abspaltung des Geschehens von der originären eigenen Person einen Schutzmechanismus gegen Angst und Schmerz. Die originäre Person ist zeitweilig ‚nicht da' und erlebt die Gewalt nicht. Statt dessen erlebt eine andere Persönlichkeit das Geschehen. Diese hat Schutzfunktion und besitzt z.B. Kompetenzen, das Geschehen zu ertragen, da sie z.B. keinen Schmerz empfindet.

Dissoziation ist dann als Abwehrmechanismus erforderlich, wenn andere bewusste Verarbeitungsmöglichkeiten nicht bestehen. Insbesondere kleinere Kinder mit noch nicht ausgeprägter Identität haben bei mehreren und/ oder wiederkehrenden Traumata keine Verarbeitungsmöglichkeiten und müssen dissoziieren, um zu überleben.


Unterstützung für Opfer ritualisierter Gewalt

Für Opfer ritualisierter Gewalt ist es im allgemeinen sehr schwer, Unterstützung in Form von Beratung und Therapie zu bekommen, und die Suche nach Hilfe in verschiedenen Einrichtungen dauert oft mehrere Jahre.

Für das vielschichtige Problem des Rituellen Missbrauchs gibt es viele Anforderungen an die HelferInnen sowohl hinsichtlich ihrer Persönlichkeit als auch ihrer Professionalität - d.h. emotionaler Stress, Überforderung, das Überschreiten eigener Grenzen sowie der Verlust professioneller Distanz drohen ebenso wie eine sekundäre Traumatisierung bei Schilderungen massiver Gewalterfahrungen.

Therapie

Die Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung ist schwierig und langwierig, was multiple Frauen nicht davon abhalten sollte, eine Psychotherapie zu machen. Dabei kann es keinesfalls immer das Ziel sein, alle Persönlichkeiten zu einer zu integrieren. Vielmehr geht es vielfach darum, die Kooperation und Kommunikation der Persönlichkeiten untereinander zu verbessern und dadurch die Bewältigung des alltäglichen Lebens und die Kontrolle über den Körper besser zu bewältigen.
Oft dauert es lange, bis die Betroffenen eine kompetente Therapeutin finden oder eine, die bereit ist, sich kompetent zu machen und sich auf den therapeutischen Prozess einzulassen, der viele Jahre in Anspruch nimmt. Problematisch ist insbesondere auch, dass die Therapie mit einer multiplen Klientin bei weitem über die Anzahl der Therapiestunden hinausgeht, die normalerweise von den Krankenkassen gezahlt werden.

Beratung

Eine Beratung kann ergänzend zu einer Therapie für multiple Frauen sehr hilfreich sein, bzw. kann sie durch die Vermittlung kompetenter TherapeutInnen einen Weg in die Therapie bahnen.
Viele Frauennotrufe bieten Beratung für multiple Frauen an. Sie können kompetente ÄrztInnen und TherapeutInnen vermitteln sowie bei Anträgen auf Namensänderung, Opferentschädigung usw. unterstützen und Anwältinnen und weitere Unterstützungsangebote vermitteln, wie ggf. Selbsthilfegruppen oder Wohngruppen.


[1] Finkelhor, D. (1991). Nursery Crimes-Sexual Abuse in Day Care. In: Core, D. Chasing Satan. S. 12. London
[2] Grandt, G. & M. (2000). Satanismus. Die unterschätzte Gefahr. Düsseldorf: Patmos.
[3] Passantino, B. & G. (1992). Auf Teufel komm raus. Asslar.
[4] Huber, M. (1995). Multiple Persönlichkeiten. Überlebende extremer Gewalt. Ein Handbuch. Frankfurt a.M: Fischer
[5] vgl.: May, A. (2001). Einführung in das Thema Rituelle Gewalt. In May, A. & N. Remus. Rituelle Gewalt. Schriftenreihe gegen sexualisierte Gewalt. Band 3. S. 9-28. Berlin: Verlag die Jonglerie.
[6] vgl. z.B. May, A. (2001), S. 15 ff und Grandt (2000), S. 43 ff.
[7] Grandt, G & M.(2000), S. 45
[8] May,A. (2001), S. 17
[9] Huber, M. (1995). S. 278 ff


Quelle: BAF - Bundesarbeitsgemeinschaft autonomer Frauenrufe