Selbstverletzendes Verhalten - SVV

Es gibt verschiedenste Formen des selbstverletzenden Verhaltens, wir wollen hier nur die üblichsten aufzählen.
  • Sich schneiden mit scharfen Gegenständen wie z.B. Rasierklingen,Messern, Skalpellen, Glasscherben
  • Den Kopf gegen die Wand schlagen
  • Sich selbst ins Gesicht Schlagen
  • Sich die Haare ausreißen
  • Sich oberflächlich die Haut verletzen, z.B. Schürfwunden
  • Sich mit kochendem Wasser verbrühen
  • Sich mit Chemikalien verätzen
  • Sich mit Zigaretten oder einem Bügeleisen Verbrennungen zufügen
  • Exzessiv Sport treiben
  • Sich ungesund ernähren
  • Zu wenig schlafen

Es gibt mehre Erkrankungen, bei denen es zuselbstverletzendem Verhalten kommt, die bekannteste ist dieBorderline-Persönlichkeitsstörung. Aber auch bei der Schizophrenie kannes zu Selbstverletzungen kommen. Was ich nun schreibe, bezieht sich vorallen Dingen auf Selbstverletzungen die bei DIS-PatientInnen auftreten.

Esgibt verschiedene Situationen in denen im multiplen SystemSelbstverletzungen auftreten. Einige davon möchten wir hier aufzählen.

  1. EinePerson ist außen und will wieder nach innen. (Manche Personen brauchendie Verletzung um die Barriere nach innen durchbrechen zu können.)
  2. Eine Person ist im Augenblick psychotisch.
  3. Eine Person tut einer anderen Person etwas an.
  4. EinePerson ist programmiert und hat den Auftrag den Körper zu verletzen.(Oftmals ist der Auftrag recht konkret, also die Stelle der Verletzungsowie die Art, z.B. Tiefe des Schnittes sind vorgegeben.)
  5. Eine Person nutzt das SVV als Krisenintervention, z.B. als Suizidprophilaxe um das System zu schützen.
  6. Eine Person hat ein Borderline-Persönlichkeitsprofil und kann nicht anders mit Druck umgehen als sich selbst zu verletzen.

Wir möchten Vorschläge machen wie im einzelnen Fall das SVV zu umgehen ist.

  1. Manmuss dieser Person beibringen wie man auf sanftere Weise wieder nachinnen kommt. Hierbei könnten Imaginationen helfen bei der sich diebetroffene Person selbst einen Weg bahnt.
  2. Istdie Person die außen ist psychotisch, so muss man sie in Sicherheitbringen. Sie muss an einem Ort sein an dem sie sich nicht selbst inGefahr bringen kann. Eventuell kann eine Krisenintervention in einerKlinik sinnvoll sein.
  3. Es istwichtig, dass im System immer mehr Personen verstehen dass sich alleeinen Körper teilen. Ist das zu allen vorgedrungen so wird es dieseArt des SVV nicht mehr geben. Doch hierzu braucht es Geduld. Oft sindendlose Diskussionen mit dem Therapeuten nötig bis diese Personenerst einmal gewillt sind das als möglich zu betrachten. Bei uns habenVideoaufnahmen sehr geholfen. So konnten wir der betroffenen Person"beweisen" dass sie im gleichen Körper steckt.
  4. ÜberProgrammierung haben wir schon im Unterpunkt Gedankenzauberei einigesgeschrieben. Mit der Zeit entwickelt das ganze System ein Gespür dafürwann Programmierungen am Werk sind. Solange man den vom Täterangelegten "Ausschalter" nicht kennt kann man nur mit allgemeinerenMethoden, wie Imaginationen, gegen das Programm angehen. Wenn bekanntist welche Personen programmiert sind, kann man sie, wenn man denAuslöser kennt, rechtzeitig in Sicherheit bringen. Es ist auchsinnvoll im System Personen auszudeuten die speziell darauf achtenob Programmaktivität auftaucht. Man kann sich antrainieren dass dannein Wechsel zu einer Helferpersönlichkeit erfolgt der die äußereHandlungsfähigkeit der programmierten Person einschränkt. ÄußereHandlungsfähigkeit deshalb, weil es auch innen zu Verletzungen kommenkann. Die sind nicht minder schmerzhaft, nur für den Außenkörper nichtlebensgefährlich.
  5. SVV ist einehervorragende Möglichkeit sich selbst zu erden. Dies geschieht durchprophilaktische Verletzungen im Fall von Suizidalität. Hat sich dasTeam entschlossen auf SVV zu verzichten so braucht es alternativeMöglichkeiten sich zu erden und zu spüren. Hier kann einRiechfläschchen oder Tigerbalsam helfenden man unter die Nasenlöcher schmiert. (Bekommt man in der Apothekeund im Drogeriemarkt.) Darüberhinaus hilft kaltes Wasser oder besserEiswürfel die man über die Arme gleiten lässt. Eine weiter Möglichkeitist das Setzen von Schmerzreizen. Dies kann beispielsweise durch einums Handgelenk geschlungenes Gummiband geschehen, das man mehrmalsschnalzen lässt. Das tut sehr weh, verletzt aber nicht. (Über schadlose die Anwendung von Skills steht nützliches im "Skills und Co"-Bereich.)
  6. Hierhelfen manchmal auch die unter Punkt 5 genannten Skills, es kann aberauch hilfreich sein die hinter dem Druck stehenden Gefühle anzusehenund zu schreiben, zu malen, zu weinen, zu singen, zu schreien.Musikhören ist auch eine gute Möglichkeit Druck abzubauen. Da kann esruhig etwas Härteres sein. (Wir haben spezielle Musik für solcheMomente ausgewählt, damit man nicht erst anfangen muss zu suchen.)