Wir haben immer ein Lied im Kopf je nach Erfordernis der Situation. Wenn es grade hart auf hart kommt und der Mut uns zu verlassen droht ist genau der richtige Augenblick um auf Löwenjagd zu gehen. Es ist eigentlich ein Kinder-Singsspiel aber der Refrain ist für uns eine Art Mantra geworden das uns daran erinnern soll dass wir nicht mehr ohne Waffen sind und manchmal ganz schön furchtlos sein können.

Wir gehn auf Löwenjagd.
Wir gehn auf Löwenjagd.
Wer will mitgehn?
Wer will mitgehn?
Wir haben keine Angst!
Wir haben ja unser Schwert dabei. Uff!

Unser Körper trägt Spuren von Gewalt, Narben von Fremd- und Selbstverletzungen. Wir haben uns vor zwei Jahren dazu entschlossen dazu zu stehen und nicht immer total verhüllt herumzulaufen. Uns ist klar dass die Menschen  schauen müssen. Wir sagen immer "Eine Erstreaktion sei jedem gegönnt." Ärgerlich ist es dann wenn die Leute unhöflich glotzen oder indiskret fragen. Aber da wir keinen Einfluss auf unsere Mitmenschen haben bleibt uns wieder nur die Möglichkeit unsere Umgehensweise so zu modifizieren dass es sich so gut wie möglich anfühlt. Wenn der Ärger zu groß wird schauen wir dem Glotzer tief in die Augen und sagen:
"Wenn Sie ein Photo haben möchten, wenden Sie sich vertrauensvoll an meine Agentin."

Dann gibt es noch die Frager die gerne wissen wollen was denn da passiert ist. Sie müssen das so dringend wissen dass sie ganz vergessen dass wir grade nicht unter uns sind. Sie bekommen nichts als die reine Wahrheit:
"Ach das, das ist eine (alte) Kriegsverletzung."