Zwänge - Zwangserkrankung

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zwölf mal kauen
beim laufen nie nach unten schauen.
bei angst musst du dein ohr berühren
sofort hörst du dann auf zu spüren.
nieselregen? - dein tier wird sterben!
sonnenschein? - du wirst was erben.
errechnet eine falsche zahl?
auf der stelle noch einmal.
so lange bis es richtig ist.
so lange bis du ruhiger  bist.

ImAlltag kommen viele ritualisierte Verhaltensweisen vor.Handlungsketten, die z.B. allmorgendlich den reibungslosen Ablaufgarantieren sind üblich und werden auch gesellschaftlich akzeptiert undbei der Erziehung gefördert. Solche Verhaltensweisen sind nützlich undlaufen automatisiert ab so dass man ohne groß darüber nachzudenken dasrichtige tut, selbst wenn man müde oder unaufmerksam ist.
Ab wann wird so ein Verhalten disfunktional?
BeiKindern ist das sogenannte "Magische Denken" normal. Fast jeder kenntdie Gedankenspiele "Wenn ich auf eine Ritze trete dann gibt es etwaszu Mittag was ich überhaupt nicht gerne esse."
Tauchen solche Gedanken bei Jugendlichen oder Erwachsenen auf, liegt es schon nahe an eine beginnende Zwangsstörung zu denken.

Jestärker das zwanghafte Verhalten von dem sonst üblichen Verhaltenabweicht und je mehr es den Betroffenen in seinem alltäglichen Lebenbehindert und einengt, um so eher wird man von einer Störung oderErkrankung sprechen.
Viele Betroffene versuchen dem Zwang anfangszu widerstehen. Sie unterdrücken so gut es geht das Bedürfnis sichständig die Hände zu waschen oder dauernd zu kontrollieren ob der Herdauch wirklich aus ist. Einzelne Zwangshandlungen werden beobachtet, dasgesamte Zwangssystem jedoch so gut wie nie in Frage gestellt.
DieAngst vor der Angst hält den Betroffenen davon ab die Zwangshandlungenzu unterlassen. Ein Kampf der unbegrenzt Energie verbraucht und somitoft in der totalen Erschöpfung mündet.
Eine Folge ist eine schlechte Alltagsbewältigung und Mut- und Hoffnungslosigkeit.
Alle Aktivitäten die die Zwänge intensivieren könnten werden gemieden, es folgt der soziale Rückzug.
Die Leere die durch das Alleinsein entsteht gibt dem Zwang eine sinnstiftende Bedeutung.
DieKonzentration auf die Zwangssymptomatik hält den Betroffenen oft davonab sich ernsthaft mit den eigenen Themen auseinanderzusetzen.
DerZwang hilft oft kurzfristig sich gegenüber den negativen Gefühlenempfindungslos zu machen. Auf lange Sicht wird der Leidensdruck jedochimmer stärker.
Zwänge lassen sich in der Regel in Zwangshandlungenund Zwangsgedanken unterteilen. Erstere sind tatsächliche oder geistigeHandlung wie das Berühren von Gegenständen oder das Zählen vonBadezimmerkacheln. Letztere sind wiederholte stereotyp ablaufendeGedanken die meist einen sexuellen, religiösen oder aggressiven Inhalthaben.